FASZIEN GUT – ALLES GUT!

 Die Faszie lebt! Und genau wie andere Gewebe des Körpers hat sie unterschiedliche „Gesundheitszustände“. Wir kennen mittlerweile durch eine Vielzahl von Untersuchungen die unterschiedlichen Einflussfaktoren, der die Faszie unterworfen ist: Bewegung, Flüssigkeits- und Ernährungszustand, aber auch der emotionale bzw. hormonelle Status spielen hier eine wichtige Rolle. Im Detail sind das biochemische Eigenschaften der beteiligten Makromoleküle (wie z.B. die Hydratation, Zelladhäsion), zellbiologische Prozesse (Signal-Kaskaden), physikalische Eigenschaften (Biomechanik, Druck und Zug) sowie physiologische Prozesse – den Organismus als Einheit betreffend – um nur einige zu nennen.

 

Das heißt, dass auch die Faszie einen „gesunden“ und „kranken“ Zustand kennt. Genauso, wie wir das von unserem Körper sonst kennen. Und im Umkehrschluss bedeutet das eben auch, dass eine „gesunde“ Faszie, weniger oft „krank“ wird. Faszienkater (früher „Muskelkater“) genannt, Elastizität und Rebound-Elastizität sind einige Marker, die diese Unterschiede fühlbar machen. Nur starkes und geschmeidiges Bindegewebe ist optimal auf seine Aufgaben vorbereitet!

 

Was müssen wir bei der Prophylaxe bedenken? Zunächst, dass die Faszie länger als ein Muskel braucht, um sich anzupassen bzw. sich zu verändern. Veränderungen sind erst nach 6 bis 24 Monaten wissenschaftlich messbar. Etwas Geduld ist hier also gefragt. Prinzipiell gibt es in der Prophylaxe intrinsische (von „Innen“) und extrinsische („von außen“) Einflussfaktoren. Von außen ist die Faszie durch fasziale Trainingsreize (die sich von muskulären Unterscheiden!), myofasziale Behandlungsformen und z.B. das Foam-Rolling beeinflussbar. Faszientraining führt erwiesenermaßen zu einer Verbesserung von Rebound-Elasticity, Facial-Stretch, Facial-Release und einem propriozeptiven Refinement.

 

Im Alltag spielen diese extrinsischen Einflüssen beim Warm-up (Aktivierung, Agility), Training (fasziale Trainingsreize) und im Cool-down (Regeneration, langsame Bewegungen) eine Rolle. Wir erreichen damit eine

  • Erhöhung der Gleitfähigkeit der Muskulatur und deren Verschiebeschichten,
  • Verbesserung der Elastizität der Gewebe,
  • Verbesserung der sensomotorischen Kontrolle,
  • Verbesserte Wahrnehmung (Afferenz).

Was die intrinsichen Einflüsse angeht, so spielen hier der Flüssigkeitsstatus (Hydratation des Körpers), systemische Entzündung (rheumatische und andere chronisch-entzündliche Erkrankungen), Diabetes und andere Krankheiten mit Auswirkung auf alle Zellen des Körpers eine sehr wichtige Rolle. Neben der ausgewogenen Flüssigkeitszufuhr (Wasser, kein Kaffe etc.) spielt der oxidative Stress des Gewebes eine wichtige Rolle. Ist die Faszie in ihren Strukturen gesund, kann sie den externen Anforderungen (vor allem Druck-Zug-Belastungen) ideal begegnen. So bleibt sie verletzungsfrei dauerhaft belastbar.